Maria an dem Kreuz

Maria junto à cruz

Von Kanaan zum Kalvarienberg: Die Perikope von Joh 19,25-27

Die in Joh 19,25-27 beschriebene Szene ist eine bemerkenswerte Passage, die im Herzen des Paschamysteriums Christi eingebettet ist. Ihre Bedeutung ergibt sich aus der textlichen Dichte, dem zeitlichen Kontext und der Verbindung mit dem Ereignis von Kanaan. Wir beginnen mit letzterem.

Die Verbindung zwischen Kanaan und Kalvarienberg

Die Erzählung von der Hochzeit in Kanaan (Joh 2,1-12) kündigt nicht nur die Szene des Kalvarienbergs auf bedeutsame Weise an, sondern erreicht auch ihre volle Bedeutung und offenbart eine außergewöhnliche Tiefe. Beide Szenen sind sorgfältig orchestriert und zeigen offensichtliche Parallelen:– **Personagens:** Jesus, Maria, die Jünger und ein “geliebter Jünger”. – **Kontext:** Der Anfang und die Erfüllung des Werkes Jesu im Evangelium nach Johannes. – **Titel von Maria:** In Kana wird sie als “Mutter Jesu” bezeichnet, während am Kalvarienberg als “Frau” – ein ungewöhnlicher Titel, den ein Sohn zu seiner Mutter verwendet. – **Stunde Jesu:** In Kana war die Stunde noch nicht gekommen (Joh 2,4), während am Kreuz sie vollendet war (Joh 19,27).

Der Kontext des Kalvarienbergs

Die Perikope von Joh 19,25-27 gewinnt Licht, wenn man sie mit den Ereignissen vergleicht, die die Passion Jesu umgeben. Es sind fünf Episoden, die die letzte Phase der Passion ausmachen:1. Inscrição am Kreuz (Joh 19,19-22): Eine öffentliche Aussage über die Identität Jesu als König der Juden. 2. Teilung der Kleider (Joh 19,23-24): Eine symbolische Handlung, die den Entzug von Macht und Würde Jesu darstellt. 3. Worte an die Mutter und den Jünger (Joh 19,25-27): Der zentrale Moment, in dem Jesus seine geistliche Mütterlichkeit offenbart und die Sorge für seine Mutter dem “geliebten Jünger” anvertraut. 4. Vollendung des vom Vater anvertrauten Werkes (Joh 19,28-30): Die Vollendung der erlösenden Mission Jesu. 5. Durchbohrung der Seite (Joh 19,31-37): Die symbolische Handlung, die den Tod Jesu bestätigt und die Erfüllung der Prophezeiungen.

Maria, die Mutter des Geliebten Jüngers

Die Szene von Joh 19,25-27 kann nicht oberflächlich interpretiert werden. Sie offenbart eine tiefe Einheit mit den paschalen und theologischen Ereignissen. Hier wird Maria als Hauptempfängerin des Willens des Sohnes dargestellt, mit einer zentralen Rolle in der göttlichen Offenbarung.– Häufigkeit: Die Figur Marias wird betont und viermal erwähnt: als Mutter Jesu, als Frau, als Mutter des Jüngers und als Empfängerin des Vertrauens Jesu. – Beziehungen: Die Beziehung zwischen Maria, Jesus und dem geliebten Jünger ist einzigartig. Der Jünger ist nicht nur ein Anhänger, sondern repräsentiert alle Gläubigen und wird durch den Glauben an Jesus zum geistlichen Sohn Marias.

Die geistliche Mutterschaft Marias

Die Mutterschaft Marias erlangt am Kalvarienberg eine universelle Dimension. Sie symbolisiert die Gemeinschaft des Bundes, die Mutter der Erlösten, und das neue Zion, in dem alle Gläubigen geistliche Kinder sind. Ihre Annahme der ihr von Jesus anvertrauten Rolle ist ein Akt des Glaubens und einer lebenswichtigen Bindung, der die wahre Identität des Jüngers prägt.Die Sichtweise des frühchristlichen Theologen Orígenes erfasst diese Essenz: Er sah in der Deutung der Bedeutung von Kana und in der Rolle Marias am Kreuz einen Schlüssel, um das Geheimnis des vierten Evangeliums und die tiefe Beziehung zwischen Jesus und seiner Mutter zu entschlüsseln.

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