Johannes Paul II. – Botschaft zum Welttag der Kranken 2004: Lourdes: Maria, Mutter der Kranken
Die Botschaft von Papst Johannes Paul II zum 12. Welttag der Kranken (11. Februar 2004), die sich auf Unserer Lieben Frau von Lourdes widmet, ist das letzte große Dokument über die Seelsorge für Kranke seines Pontifikats. Text im Enchiridion Vaticanum Band 22 (2003-2004), Para. 1230-1235+.
| Sammlung | Enchiridion Vaticanum Band 22, Para. 1230-1235 |
| Papst | Johannes Paul II. |
| Dokument | Botschaft zum 12. Welttag der Kranken (Lourdes 2004) |
| Veröffentlichungsdatum | Vorab am 11. Februar 2004 |
| Thema | Lourdes und die Verwandlung von Leid durch den marianischen Glauben |
Italienischer Text, Para. 1230
Die Botschaft, die das Heiligtum von Lourdes ständig an Gläubige und Pilger richtet. Dies ist auch die Bedeutung der körperlichen und geistigen Heilungen, die in der Grotte von Massabielle verzeichnet sind.
Seit dem Tag der Erscheinung an Bernadette Soubirous hat Maria an diesem Ort „geheilt“ Schmerzen und Krankheiten und vielen ihrer Kinder auch die Gesundheit ihres Körpers zurückgegeben. Wunder, aber noch viel überraschendere, hat sie in den Seelen der Gläubigen vollbracht, indem sie ihr Herz für das Treffen mit ihrem Sohn Jesus geöffnet hat, die wahre Antwort auf die tiefsten Erwartungen des menschlichen Herzens.
Portugiesische Übersetzung, Para. 1230
Die Botschaft, die das Heiligtum von Lourdes den Gläubigen und Pilgern ständig wiederholt. Dies ist auch die Bedeutung der körperlichen und geistlichen Heilungen, die in der Grotte von Massabielle verzeichnet sind.
Seit dem Tag der Erscheinung an Bernadette Soubirous hat Maria an diesem Ort „geheilt“ Schmerzen und Krankheiten, vielen ihrer Kinder auch die Gesundheit des Leibes zurückgegeben. Wunder jedoch, die noch viel erstaunlichere operierte sie in den Herzen der Gläubigen, indem sie ihr Herz für die Begegnung mit ihrem Sohn Jesus öffnete, die wahre Antwort auf die tiefsten Erwartungen des menschlichen Herzens.
Para. 1231: A ação do Espírito Santo em Lourdes
Der Heilige Geist, der sie im Augenblick der Menschwerdung des Wortes mit seinem Schatten bedeckt, verwandelt die Seele unzähliger Kranker, die sich an sie wenden. Auch wenn sie nicht das Geschenk der körperlichen Gesundheit erhalten, können sie immer ein noch viel wichtigeres empfangen: die Bekehrung des Herzens, Quelle von Frieden und innerer Freude. Dieses Geschenk verwandelt ihr Dasein und macht sie zu Aposteln des Kreuzes Christi, Banner der Hoffnung, selbst in den härtesten und schwierigsten Prüfungen.
Der Heilige Geist, der sie im Augenblick der Menschwerdung des Wortes mit seinem Schatten bedeckte, verwandelt die Seele unzähliger Kranker, die zu ihr fliehen. Selbst wenn sie nicht das Geschenk der körperlichen Gesundheit erhalten, können sie immer ein noch wichtigeres Gut empfangen: die Bekehrung des Herzens, Quelle von Frieden und innerer Freude. Diese Gabe verwandelt ihr Dasein und macht sie zu Aposteln des Kreuzes Christi, zum Banner der Hoffnung, selbst mitten in den härtesten und schwierigsten Prüfungen.
Para. 1232: Conexão com Salvifici Doloris
Im apostolischen Schreiben Salvifici doloris habe ich festgestellt, dass das Leiden zur historischen Erfahrung des Menschen gehört…
Deutsch: In der Apostolischen Schrift Salvifici Doloris stellte man fest, dass das Leiden zur historischen Veränderung des Menschen gehört…
Welttag der Kranken
Der Welttag der Kranken wurde am 13. Mai 1992 von Papst Johannes Paul II. mit einem festen Datum am 11. Februar, dem Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes, ins Leben gerufen. Die Einführung erfolgte zum 50. Jahrestag der Erscheinungen vom 11. Februar 1858. Jährlich veröffentlicht der Papst eine Botschaft zu diesem Tag, die stets mit Lourdes und Maria als Mutter der Kranken in Verbindung steht.
Die Botschaft von 2004 ist besonders bedeutsam, da sie in der Nähe des 150. Jahrestages der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember 1854) und in der Nähe des Todes von Johannes Paul II. (2. April 2005), der zu diesem Zeitpunkt 84 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen war, entstand.
Theologische Verbindung zwischen Lourdes, Unbefleckter Empfängnis und Leiden
Johannes Paul II. stellt drei Punkte her:
- Maria-Identität: Maria von Lourdes präsentiert sich als „Unbefleckte Empfängnis“, vier Jahre nach der päpstlichen Definition von 1854
- Unbefleckte als Ursache der Heilung: Die Unbefleckte ist „Ursache unserer Freude“ (Loreto-Litanie), präsent in Kranken und Leidenden
- Kreuz und Lourdes: Lourdes ist keine Flucht vor dem Leiden, sondern Erleuchtung des Leidens durch den Glauben
Erbe für die Seelsorge der Kranken
Johannes Paul II., insbesondere in seinen letzten Jahren mit der sichtbaren Parkinson-Krankheit, wurde selbst zum Zeugen des erleuchteten Leidens durch den marianischen Glauben. Sein pastorales Besuch in Lourdes am 14.-15. August 2004, ein Jahr nach dieser Botschaft, war sein letzter internationaler Besuch, gekennzeichnet von starker körperlicher Zerbrechlichkeit, die der Papst in ein Zeugnis verwandelte.
Zusätzliche Lektüre
Salvifici Doloris | 150 Jahre Lourdes | Pilgerfahrt von Lourdes 1957 | Mariens Erscheinungen | Benedikt XVI. in Lourdes 2008
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