Franziskus – Christus lebt, im Herzen des Vaters und in der Gemeinschaft mit allen Brüdern: Maria und die Jugendlichen, Josef und die Geschwisterlichkeit
Drei bedeutende Dokumente des Papstes Franziskus im Überblick: Mariologische Perspektiven seines Pontifikats
Christus vivit (2019) – Maria und die Jugendlichen
Papst: FranziskusDokumente: *Christus Vivit* (2019, Nr. 43-48, 298)Thema: Maria und die Jugend, Maria als Vorbild für christliche Jugendliche> Christus vivit Nr. 43-48: Maria, die Influencerin GottesDie Enzyklika *Christus Vivit* enthält eine bemerkenswerte pastorale Anwendung der Figur Marias: Maria als Modell für christliche Jugendliche. In den Abschnitten Nr. 43-48 wird Maria als „junge Christin“ und als „Influencerin“ Gottes dargestellt:> *”Maria war jung. Ihr Herz pulsierte vor Liebe, wie bei allen jungen Menschen, doch in ihrer Spiritualität wurde sie durch eine unermessliche Gnade unterstützt, mit der sie Gott mit all ihrer Seele anrufen konnte. Und dennoch zeigte Maria zuerst nicht sich selbst, sondern sich für andere: ‘Erfreut ist meine Seele im Herrn’! Aus diesem Grund war Maria auf eine bestimmte Weise die erste und größte ‘Influencerin’ Gottes: eine junge Frau, die nicht wusste, andere zu zeigen, sondern Christus.”*Maria und die digitale Kultur der Jugendlichen
Papst Franziskus verwendet absichtlich den Begriff “Influencer” (im Original italienisch), um Maria an die digitale Kultur der Jugendlichen anzupassen. In einer Welt, in der Teenager Influencer in sozialen Medien folgen, schlägt er Maria als erste und größte Influencerin der Geschichte vor – jemand, der nicht für sich selbst wirbt, sondern Christus fördert.Christus vivit Nr. 298 – Gebet um die Jugendlichen
Das abschließende Gebet für die Jugendlichen ruft Marias Fürsorge für die zeitgenössische christliche Jugend herauf:> *”Maria der Jugendlichen, bete für uns! Sei Anwältin der Jugendlichen bei deinem Sohn, damit sie, wie du in deiner Jugend ‘es sei’ antwortetest, auch mit einem fröhlichen Herzen ‘ja’ sagen können, wenn der Herr sie ruft.”*Patris Corde (8. Dezember 2020) – Maria und Josef
Die Apostolische Schrift *Patris Corde*, veröffentlicht am Fest der Unbefleckten Empfängnis 2020 zum 150. Jubiläum der Erklärung von Sankt Josef zum Schutzpatron der universellen Kirche (Pius IX, 1870), enthält einen Abschnitt über Maria und Josef als Paar:“Joseph ist der «gerechte Mann» (Mt 1, 19), der «Maria seine Frau nahm» (Mt 1, 24) und an ihrer Seite im häuslichen Leben als Wächterengel erschien. Maria und Joseph sprachen gemeinsam die Sprache der himmlischen Liebe, in Stille, Geheimnisvollkeit, gegenseitiger Unterstützung. Joseph ist das erste Beispiel eines Ehepartners, der seine Frau auf eine andere Weise liebt als andere ihren Ehepartner, denn er liebt sie so sehr wie Christus die Kirche geliebt hat.”
Alle Brüder (3. Oktober 2020), Maria – Mutter der universellen Bruderschaft
Die Enzyklika „Fratelli Tutti“ über Bruderschaft und soziale Freundschaft endet mit einem marianischen Abschnitt, in dem Maria als Mutter der universellen Bruderschaft dargestellt wird:
“Maria gab Jesus der Welt, und durch Jesus machte sie jeden Menschen zum Bruder aller Menschen. Am Kreuz gab Jesus Maria Johannes und allen Aposteln und allen Gläubigen als ihre Mutter. So wurde Maria zur Mutter nicht nur Christi, sondern der gesamten Menschheit in ihrer brüderlichen Einheit. In dieser Zeit der Trennungen und Kriege steht Maria als sichtbares Zeichen der universellen Bruderschaft.”
Schluss: Die pastorale Mariologie Franziskas
Die Mariologie von Papst Franziskus ist vor allem pastoral und existentiell: Maria wird als nahe stehende Mutter dargestellt, die in den dringenden Fragen der heutigen Zeit präsent ist – Jugend, Familie, geweihtes Leben, Ökologie, Bruderschaft. Diese pastorale Nähe verringert nicht die Tiefe der dogmatischen Lehre, sondern macht sie zugänglicher.Zusätzliche Lektüre
Mariologie | Evangelii Gaudium | Lumen Fidei und Laudato Si | Amoris Laetitia und Gaudete et Exsultate
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